Wieso deine Lebensgeschichte dein grösstes Geschenk ist

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Wenn man mir vor einigen Jahren gesagt hätte:

«Deine Geschichte ist dein grösstes Geschenk.»

Dann hätte ich diese Aussage kopfschüttelnd von mir gewiesen. «Meine Geschichte soll mein grösstes Geschenk sein? Ganz sicher nicht».

Heute sehe ich das allerdings etwas anders.

Ich bin überzeugt, dass die meisten von uns auf ihren bisherigen Lebensweg zurückblicken und sich wünschen, die ein oder andere Erfahrung wäre anders verlaufen beziehungsweise könnte komplett aus unserer Geschichte gestrichen werden. Auch wenn ich diese Gedanken absolut nachvollziehen kann, denn solche Gedanken hatte ich bis vor ein paar Jahren auch, bin ich heute froh, um jedes einzelne meiner Erlebnisse. Die positiven, wie die negativen.

Manche von euch werden vielleicht innerlich einwenden: «Du kannst doch nicht jede Erfahrung schätzen, zumindest nicht all die negativen…». Doch, kann ich.

Mittlerweile kann ich es.

Warum du bist, wie du bist

Früher war ich eher eine Person, die beispielsweise auf ihre Familiengeschichte geblickt hat und sich gefragt hat: «Wieso passiert das alles meiner Familie?». Ich fand es einfach traurig und ungerecht, was meine Familie erleben musste. Ich schaute auch allgemein auf mein Leben und beispielsweise meine Essstörung und war unglücklich und unzufrieden damit, wie es war.

Ich weiss, dass ich damals oft zu meinem Freund sagte, dass ich gerne, wenn es ihn denn gäbe, einen Reset-Knopf für mein Leben drücken würde. Vielleicht kennt ihr das Gefühl? Heute bin ich dankbar dafür, dass es diesen Knopf nicht gibt.

Denn irgendwann habe ich realisiert, dass jedes einzelne Erlebnis dazu beigetragen hat, dass ich die Person werden konnte, die ich heute bin. Und das möchte ich an dieser Stelle für dich noch einmal betonen.

Du wärst nicht die Person, die du heute bist,

wenn du nicht all den Scheiss hättest erleben müssen,

wenn du eine andere Familie gehabt hättest,

wenn du mehr oder weniger Geld gehabt hättest,

wenn du die Krankheit nicht gehabt hättest,

wenn du nicht von der Schule geflogen wärst oder was auch immer deine besonders prägenden Erlebnisse waren.

Mehr noch, bin ich überzeugt, dass genau der Scheiss, den wir erleben, durch den wir durchgehen müssen, genau der ist, der uns wichtige Lebenslektionen lehrt und uns stärkt. Diese Erfahrungen sind es meist, die dir deine grössten Stärken einbringen. Das tun meistens eben nicht die besonders schönen und entspannten Momente, auch wenn das natürlich schön bequem wäre.

Das Leben = Dein Lehrer

Tatsächlich bin ich mittlerweile sogar soweit, dass ich nicht nur auf schon vergangene unangenehme, unschöne oder traurige Momente schaue und weiss, dass sie für irgendetwas gut sein werden und dass ich irgendetwas Positives aus ihnen ziehen können werde, sondern auch auf gegenwärtige. Dieser Shift meiner Gedankenwelt hat allerdings nicht von heut auf morgen stattgefunden.

Deswegen lass dich nicht entmutigen, wenn du in schwierigen Situationen nicht sofort denkst: «Wow, cool, diese Situation gerade ist mega schwierig. In ihr liegt bestimmt viel Lernpotential». Ganz ehrlich, diesen Gedanken habe ich auch nicht sofort.

Ich finde es sogar wichtig, dass wir wahrnehmen, wenn es uns in einer Situation gerade nicht gut geht und wenn uns danach ist, mit jemanden darüber reden. Dann im zweiten Schritt können wir uns fragen, was wir aus der verfahrenen Situation, in der wir uns gerade befinden, wohl lernen können.

Das Gute an dieser Frage und dem in sich hinein hören, ist, dass wir ins bewusste Wahrnehmen kommen und damit innerlich ruhiger bleiben, als wenn wir nur reflexartig auf die äusseren Reize reagieren. Indem wir uns diese Frage stellen, machen wir uns ausserdem bewusst:

«Hey, für irgendetwas ist das hier gut. Ich habe gerade vielleicht keine Ahnung für was. Aber in meinem tiefsten Inneren weiss ich, es wird mich etwas lehren und ich werde letztendlich gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorgehen».

Wenn wir an diesen Punkt kommen, dann realisieren wir, dass jedes Erlebnis, die Summe aller Erlebnisse und Erfahrungen und damit schlussendlich unsere Lebensgeschichte ein Geschenk sind, davon bin ich überzeugt.

Fang an, dein Leben als das anzusehen, was es ist - ein Geschenk.

Was meinst du zu dem Thema? Siehst du deine Geschichte (schon) als Geschenk? Würdest du gerne gewisse Dinge ungeschehen machen?

Schreib mir gerne deine Meinung dazu in den Kommentaren.

 

Alles Liebe,

Deine Anna