Das Leben ist das, was man in ihm sieht

Der Filter “Das Leben ist ein Kampf”, durch den ich bis vor einigen Jahren mein Leben sah.

Der Filter “Das Leben ist ein Kampf”, durch den ich bis vor einigen Jahren mein Leben sah.

Bis vor einigen Jahren empfand ich mein Leben als schwer, als hart, als Kampf. Ich hatte das Gefühl an den unterschiedlichsten «Fronten» kämpfen zu müssen. Und allein der Begriff «Fronten» verdeutlicht, dass ich mich in einem Krieg befand – mit mir, dem Leben, der Welt. Es war auch damals nicht alles schlecht, aber sinnbildlich gesprochen, lag ein grauer Schleier über allem.

Es kam der Zeitpunkt, da hatte ich mich an dem Grau sattgesehen, ich wollte klarsehen, ich wollte Helligkeit, ich wollte Farben. Im Zuge dieses Sinneswandels entdeckte ich, dass es in meinem Leben schon so viel gab, für dass ich dankbar sein konnte.

 

Wenn man Dankbarkeit für sich entdeckt

Ich verstand, dass unglaublich viele Menschen auf diesem Erdball gerne meine Probleme hätten, weil meine im Vergleich zu ihren echte Luxusprobleme waren. Ihnen fehlte es an substantiellen Dingen, wie Nahrung, Wasser oder einem Zuhause. Ich hatte all das, ohne es wirklich als ein grosses Privileg zu empfinden, obwohl es genau das für einen grossen Teil der Weltbevölkerung ist.

Ich will damit nicht sagen, dass wir uns nie mehr auch einmal schlecht fühlen dürfen oder dass unsere Herausforderungen im Leben nicht ernst zu nehmen sind. Es geht mir eher darum, dass wir uns bewusst machen dürfen, was bereits alles Schöne in unserem Leben ist, statt uns ständig zu fragen, was uns alles fehlt.

 

Der Filter, der unsere Welt einfärbt

Unsere Denkweise, unsere Art, wie wir die Welt sehen, ist wie ein Filter, durch den wir unsere Umwelt, unser Leben, uns wahrnehmen.

Man erkennt diesen Blick durch Filter beispielweise daran, wenn man plötzlich überall ein bestimmtes Auto sieht, weil man genau mit diesem Autotyp im Sommerurlaub über die Lieblingsinsel gefahren ist. Oder wir sehen plötzlich überall Schwangere, weil die beste Freundin schwanger ist. Dass es plötzlich mehr Autos dieser Art oder mehr Schwangere gibt, ist unwahrscheinlich, was sich verändert hat, ist unser Fokus.

Je länger wir nun an einem Filter festhalten, der eher pessimistisch und negativ ist, desto länger reproduzieren wir die negative Wahrnehmung unseres Lebens. Das heisst, wir empfinden unser Leben weiterhin als Kampf und bleiben damit unter dem grauen Schleier gefangen.

 

Ich änderte meinen Filter

Ich realisierte, dass ich, wenn ich den grauen Schleier ablegen wollte, meine Einstellung verändern musste. Und genau das tat ich.

Ich verstand, dass das Leben mir dient, dass es nicht gegen mich ist und ich verabschiedete mich vom Widerstand gegen die Herausforderungen, die es für mich bereithält.

Ich realisierte, dass es so viel besser für meinen Seelenfrieden ist, wenn ich mich ihnen nicht mit innerem Widerstand entgegenstelle, sondern mit ihnen mitgehe, wie mit einer Welle. So wie es Schildkröten tun. Sie schwimmen nicht gegen die Wellen an, sondern lassen sich von ihnen tragen. Und genau das tue ich seither.

Ebenso begann ich Vertrauen zu gewinnen – in mich, das Leben, weil ich wusste, dass mich jede Erfahrung, jede Herausforderung nur weiterbringen kann und mich auf mein weiteres Leben vorbereitet.

 

Auch du kannst deinen Filter verändern.

Um die Sicht auf unser Leben zum Positiven zu verändern, ist es essentiell unsere Denkweise entsprechend anzupassen. Nachfolgende vier Schritte könnten dir dafür als Unterstützung dienen:

1.       Dankbarkeit, Dankbarkeit, Dankbarkeit. Ich kann es nicht oft genug sagen. Wer erkennt, dass er/sie im eigenen Leben schon so viel hat, für dass er/sie dankbar sein kann, kann das Gefühl, er/ihr würde es an etwas mangeln, loslassen und stattdessen Raum für Fülle machen.

 

2.       Wichtig finde ich es auch, dass man sich regelmässig fragt:

«Was denke ich eigentlich so den ganzen Tag?». Sich dies zu fragen und damit die eigene Gedankenwelt zu beleuchten, legt die Grundlage dafür, wirklich sein Denken zum Positiven verändern zu können.

 

3.       Als grosse Hilfe für diesen Umstellungsprozess von einer eher negativen zu einer tendenziell positiven Gedankenwelt empfinde ich es, Mantren zu nutzen, wie beispielsweise:


-          «Das Leben ist immer für mich.»

-          «Das Leben dient mir.»

-          «Ich vertraue mir und dem Leben.»

 

Aber du kannst natürlich auch ganz andere Mantren nutzen. Wichtig ist nur, dass sie dich in deinem positiven Denken unterstützen und dass du sie in deine Gedankenwelt integrierst. Am besten ist es dabei, wenn du sie mehrmals täglich innerlich für dich formulierst oder auch laut aussprichst.

Je öfter du dies tust, desto mehr wirst du glauben, was du da sagst und langsam aber sicher wirst du erst eine positive Veränderung deiner Gedankenwelt und schliesslich deiner Aussenwelt erkennen können.

 

4.       Was ich auch als sehr wertvoll wahrnehme, ist es, sich ebenso in herausfordernden Zeiten zu fragen:

 

«Was will mir das Leben mit dieser Herausforderung wohl sagen?»

 

und

 

«Was will es mich damit lehren?»

 

Zu erkennen, dass auch oder sogar gerade Herausforderungen uns im Leben wachsen lassen und weiterbringen, hilft ungemein dabei sie durchzustehen. Denn plötzlich erkennt man einen Sinn dahinter statt das Leben nur als mühsamen Kampf ohne Logik zu verstehen.

 

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Der Filter “Das Leben ist ein Geschenk”, durch den ich mein Leben heute sehe.

Du bist gefragt.

Ich kann und werde dir nicht sagen, durch welchen Filter du dein Leben, die Welt betrachten sollst. Ich kann dir nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass der Filter «Das Leben ist ein Kampf» ziemlich sicher, nicht derjenige ist, der die Glückseligkeit bescheren wird. Der Filter «Das Leben ist ein Geschenk» wird dir dabei wahrscheinlich eher weiterhelfen.


Das Schöne ist, die Entscheidung liegt bei dir, durch welchen Filter du deine Welt in Zukunft sehen willst.



Also, wofür entscheidest du dich?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen, wie du die Welt zukünftig sehen möchtest.

 

Alles Liebe,

Deine Anna